Stationen zweier Karrieren beim Norddeutschen Lloyd

Das Historische Museum Bremerhaven hat seine in regelmäßigen Abständen wechselnde Präsentation von Exponat-Neuzugängen erweitert. Ab sofort befindet sich neben der Neuzugangsvitrine im Erdgeschoss ein Dokumentenschrank mit vier Schubladen, in denen die Museumsbesucher einen Einblick in Neuzugänge der Foto- und Dokumentensammlung nehmen können. "Wir schaffen damit eine weitere Möglichkeit, Schätze aus unserer magazinierten Sammlung zu zeigen", erläutert Museumsdirektor Dr. Alfred Kube die neue Präsentationsform.

Den Anfang macht eine Auswahl von Exponaten aus dem Ende 2004 von Jürgen Hagenmeyer aus Hamburg gestifteten Nachlass Hagenmeyer. Friedrich Hagenmeyer (1864-1914) und sein Sohn gleichen Namens (1903-1941) waren Kapitäne beim Norddeutschen Lloyd. Anhand der ausgestellten Dokumente und Fotos lassen sich die Stationen zweier Karrieren bei der Bremer Reederei mit Weltruf nachvollziehen.

Friedrich Hagenmeyer (1864-1914) war auf verschiedenen Schiffen des Norddeutschen Lloyd tätig, bevor er von 1907 bis 1914 als Kapitän auf dem Passagierschiff "SEYDLITZ" fuhr. Große Anerkennung im In- und Ausland erhielten er und seine Mannschaft durch die Rettung 45 Schiffbrüchiger, die durch mehrere Explosionen auf dem Dampfer "VOLTORNO" in Lebensgefahr geraten waren. Der Brief der Schiffbrüchigen, den sie aus Dankbarkeit für Offiziere und Mannschaft der "SEYDLITZ" verfassten, wurde zusammen mit einem Foto ausgesucht, um dieses Ereignis zu verdeutlichen.

Auch der 1903 in Bremerhaven geborene Friedrich Hagenmeyer (1903-1941), Vater von Jürgen Hagenmeyer, des Stifters des Nachlasses, durchlief nach dem Beispiel seines Vaters eine seemännische Karriere. Er war Ausbildungsoffizier auf dem "SCHULSCHIFF DEUTSCHLAND" und fuhr in Diensten des Norddeutschen Lloyd als Offizier unter anderem auf den Passagierdampfern "EUROPA" und "BREMEN". Einen Einblick in seinen beruflichen Werdegang erhalten Besucher anhand mehrerer Fotos und Dokumente.

"Mit dieser neuen Präsentationsmöglichkeit möchten wir uns auch bei den jeweiligen Stiftern unserer Neuzugänge bedanken", ergänzt Historikerin Brunhilde Barth vom Historischen Museum Bremerhaven, die die Auswahl zusammengestellt hat. "Uns ist sehr daran gelegen, dass die Exponat-Neuzugänge nicht auf Nimmer-Wiedersehen in unseren Magazinen verschwinden, sondern dass wir Möglichkeiten haben, sie unseren Besuchern zu zeigen."

Zu sehen sind die gestifteten Exponat-Neuzugänge ab sofort im Historischen Museum Bremerhaven dienstags bis sonntags jeweils von 10-18 Uhr.