Eduard Tecklenborg (1849-1926)

Einstieg in die väterliche Firma


Eduard Tecklenborg wurde am 1. August 1849 in Bremen als jüngster Sohn von Franz Tecklenborg geboren. Eduard Tecklenborg ging in Bremen zur Schule und in die Lehre. 1868 trat er im Alter von 19 Jahren in die väterliche Firma ein und übernahm Aufgaben in der Bremer Reederei und Segelmacherei. Nach dem Tod seines Onkels Johann C. Tecklenborg wurde Eduard Tecklenborg 1874 Teilhaber der väterlichen Firmen, einschließlich der Werft in Bremerhaven und Geestemünde, blieb jedoch weiterhin in Bremen wohnen.

Zusammen mit Georg Wilhelm Claussen gelang es Eduard Tecklenborg, die Werft in den Eisen- und Stahlschiffbau zu überführen und zu einem der bedeutendsten deutschen Schiffbaubetriebe auszubauen. Die Voraussetzung hierfür schuf die Erweiterung der Werft auf dem Geestemünder "Wählacker", wo 1882 eine neue Schiffbauanlage in Betrieb genommen wurde.

Vorstand und Aktiengesellschaft


Seit Ende der 1880er Jahre engagierte sich die Werft verstärkt im Maschinen- und Kesselbau. Die Werft war nun in der Lage, Dampfschiffe einschließlich aller Maschinen und Aggregate selbst herzustellen. 1894 gab das Unternehmen das Reedereigeschäft auf und konzentrierte sich auf den Werftbetrieb. Die Segelmacherei wurde noch bis 1913 weitergeführt.

Zur Absicherung der erforderlichen Investitionen in den Stahl- und Maschinenbau war das Familienunternehmen 1894 in eine Kommanditgesellschaft umgewandelt worden. Zum 1. Januar 1897 erfolgte die Gründung einer offenen Handelsgesellschaft und schließlich zum 1. Juni des gleichen Jahres die Gründung einer Aktiengesellschaft. Den Vorstand der neuen "Johann C. Tecklenborg A. G." bildeten Eduard Tecklenborg und Georg Wilhelm Claussen. 1908 gab Eduard Tecklenborg seinen Vorstandsposten aus gesundheitlichen Gründen auf und wechselte in den Aufsichtsrat.

Ehrenamtliches Engagement und Tod


Zeit seines Lebens blieb Eduard Tecklenborg seiner Geburtsstadt Bremen treu und engagierte sich in zahlreichen Gremien und Ehrenämtern. Seit 1880 war er Mitglied des gemeinnützigen "Haus Seefahrt", zu dessen Vorsteher er 1903 gewählt wurde. 1908/09 war er dessen verwaltender Vorsteher. Seit 1899 engagierte sich Eduard Tecklenborg auch in der Handelskammer Bremen und gehörte verschiedenen Kommissionen wie dem Tonnen- und Bakenamt, dem Wassershout und der Zollkreditbehörde an. Weiterhin trat er als Mitbegründer der Schiffbautechnischen Gesellschaft in Erscheinung und war Vorstandsmitglied des Deutschen Museums in München.

Eduard Tecklenborg verstarb am 9. Oktober 1926 im Alter von 77 Jahren in Bremen. Sein Sohn Fritz Tecklenborg war als letztes Familienmitglied im Vorstand der Tecklenborg-Werft aktiv, während sein älterer Sohn Wilhelm Tecklenborg (1882-1948) sich von 1925 bis 1937 als Teilhaber der "Hansa Lloyd und Goliath-Werke Borgward & Tecklenborg" in Bremen engagierte.